Schüleraustausch Polen

Dzień dobry Polska - Guten Tag Polen

Als wir vor ungefähr drei Wochen relativ kurzfristig über den Austausch nach Siedlce in Polen erfuhren, konnten wir uns rein gar nichts darunter vorstellen. Die einzigen Erfahrungen, die wir bis dahin zu Polen gesammelt hatten, kamen von einzelnen Besuchen auf Polenmärkten. Von Siedlce hatten wir vorher noch nie gehört, geschweige denn konnten wir den Namen aussprechen.

Nach einer langen Zugreise kamen wir in Siedlce an, und so standen wir dort am Bahnhof, irgendwo im Nirgendwo in Polen. Unsere kurze Verlorenheit wurde schnell durch das freundliche willkommen heißen unserer Gastfamilien beendet. Wir wurden sehr offen und herzlich empfangen, sodass wir uns schon nach kurzer Zeit sehr wohlfühlten. Selbst in der kleinsten Wohnung bekamen wir das größte Zimmer und am späten Abend das üppigste Mahl.

Da wir gerade beim Thema Essen sind, möchten wir ein wenig über die polnische Küche berichten. Die vier festen Mahlzeiten am Tag waren nicht nur köstlich, sondern auch in großen Mengen vorhanden. In dieser Woche haben wir sehr viele Gerichte mit Äpfeln kennengelernt, die nicht nur als Apfelkuchen, sondern auch frisch vom Baum köstlich schmeckten. Ausreichend Proviant bekamen wir auch auf unseren Ausflügen, wie zum Beispiel nach Warschau.

Es war schnell ein Unterschied zwischen Berlin und Warschau zu erkennen. Im Gegensatz zu Berlin wird das Stadtbild Warschaus durch eine historische Altstadt geprägt. Diese wurde im zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört, aber später nach historischem Vorbild wieder aufgebaut, was uns sehr beeindruckte.

Zudem besuchten wir das Museum des Warschauer Aufstandes von 1944, in dem wir die Geschichte Polens näher kennenlernten.

Mit unseren AustauschschülerInnen verbrachten wir nicht nur tolle Freizeit und hatten sehr viel Spaß, sondern lernten durch sie auch das Lyzeum in Siedlce kennen, mit dem der Austausch organisiert war.

Hier arbeiteten wir an einem deutsch-polnischen Projekt mit dem Titel „Deutsche und Polen – wie Nachbarn sich sehen“. Dafür führten wir zwei Umfragen, welche wir statistisch auswerteten.

Den krönenden Abschluss unseres Austausches stellte das 110-jährige Schuljubiläum und das damit einhergehende Absolvententreffen dar. Besonders beeindruckend war die Anwesenheit  zahlreicher Würdenträger der Region und der offiziellen Schulbehörde Warschaus. Uns ist aufgefallen, wie sehr sich die SchülerInnen mit der Schule identifizieren, beispielsweise sangen alle Anwesenden zu Beginn der Feier die offizielle Schulhymne und die neuen SchülerInnen des Lyzeums leisteten einen Eid auf die Schulfahne. Nach dem formellen Teil kam es den musikalischen Beiträgen, von deren Hochwertigkeit wir sehr beeindruckt  waren.

Wir sammelten viele positive Eindrücke bei diesem Austausch. Und so traten wir unsere Heimfahrt mit einem lachenden und einem weinenden Auge an. Besonders in Erinnerung wird uns die Gastfreundschaft der Familien bleiben. 

Die Teilnehmer des Projektes

 


 

Rückaustausch Siedlce-Oranienburg

Am 26. April 2015 bekamen wir, einige Schülerinnen und Schüler des Runge-Gymnasiums, lang erwateten Besuch aus Siedlce, Polen. Im Oktober 2014 besuchten wir bereits die polnischen Austauschschülerinnen und -schüler in ihrem Heimatort. Damals ging es nicht nur darum eine Umfrage zum Nationalbewusstsein der Bürger von Siedlce durchzuführen, sondern auch deutsch-polnische Freundschaften zu knüpfen.

Im Rahmen des Rückaustauschs lag es nun an uns, unsere Gastfreundschaft zu beweisen. Wir gaben unser Bestes, dies genauso großartig zu meistern, wie unsere polnischen Gastfamilien zuvor. 

Am Sonntagabend kamen die Schülerinnen und Schüler aus Siedlce mit der Bahn in Oranienburg an. Nach einem freudigen Empfang, ging es auch gleich in die jeweiligen Gastfamilien, wo man einen ruhigen Abend verbrachte und sich von der anstrengenden Reise erholte. Nicht nur das schlechte Wetter war eine Herausforderung für unsere Austauschschülerinnen und -schüler, sondern auch das frühe Aufstehen, denn in Polen fängt die Schule etwas später an als bei uns. Da wir uns zum offiziellen Empfang in unserer Schule am Montagmorgen zusammenfanden, mussten unsere Gäste das frühe Aufstehen üben. Anschließend begaben wir uns auf einen von uns Schülerinnen und Schülern selbst organisierten Stadtrundgang. Dieser verlief auch ohne Lehrer reibungslos und informierte unsere polnischen Gäste umfangreich über die Sehenswürdigkeiten Oranienburgs. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führten wir unser schon in Polen begonnenes Projekt fort. Für die damit verbundene Umfrage sprachen wir mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Oranienburg. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir individuell mit unseren Austauschschülern, ob in Berlin, im Cafe, Kuchen backend oder im Kino. 

Am Dienstagmorgen wurde unsere Stimmung aufgrund des schlechten Wetters erst einmal getrübt. Entsprechend mäßig war unsere Laune auch, als wir in einem überfüllten Regionalexpress saßen bzw. standen. In Gepäckablagen sowie auf den Boden sitzend, fuhren wir so zum Potsdamer Platz. Mit Regenschirm und Stiefeln gewappnet, versuchten wir dem schlechten Wetter zu trotzen, denn auf dieses konnten wir uns nicht verlassen. Das Einzige was beständig war, waren die Motivationsversuche unserer Lehrer und Lehrerinnen. Auf unserem Stadtspaziergang sahen das Brandenburger Tor, „Unter den Linden“, den Bundestag, das Holocaust Mahnmal und vieles mehr. Zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten erzählte Herr Erdmann unseren polnischen Gästen etwas. Im Anschluss hatten wir im Neuen Museum eine Führung durch die ägyptische Sammlung. 

Unser geplanter Ausflug in den Kletterpark fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Ausweichmöglichkeiten waren schnell gefunden. Viele von uns besuchten die Ausstellung „Körperwelten“ im Fernsehturm, andere gingen ins Kino. Später tauchten wir noch ein wenig in das turbulente Berliner Leben ein und ließen den Abend angenehm ausklingen. 

Der Mittwoch galt ausschließlich der Projektarbeit und einem letzten Ausflug nach Berlin in die Berliner Unterwelten. 

 


 

Schülerautausch nach Siedlce, Polen 05.09.2015-9.10.2015

So hieß die Aussage des Bahnmitarbeiters in aller Herrgottsfrühe am 05.09.2015 auf dem Bahnhof Gesundbrunnen. Eine Aussage, die uns alle auf eine zeitnahe Weiterreise Richtung Warschau hoffen ließ. Zwei Stunden später, selber Ort, selber Tag, doch um einiges durchgefrorener, standen wir immer noch an Gleis 8. Ob man’s glaubt oder nicht, der Zug kam, mit insgesamt 3 Stunden Verspätung, doch noch. Die Fahrt lief dann zum Glück einigermaßen planmäßig. Mit vielen Süßigkeiten, in altmodischen Abteilen „á la Harry Potter“ lernten wir uns untereinander besser kennen und unsere Erwartungen für die folgende Woche stiegen. Trotz der guten Atmosphäre wuchs unsere Aufregung je näher wir unserer Zielstadt Siedlce kamen. Am Bahnhof wurden wir freundlich von unseren Austauschpartnern empfangen, mit denen wir nach Hause fuhren. Kaum angekommen, lernten wir auch schon die polnische Gastfreundlichkeit kennen und es war klar, dass wir in den nächsten 5 Tagen nicht verhungern würden.

Nach einer erholsamen Nacht in unseren Gastfamilien trafen wir uns am Dienstagmorgen in dem Gymnasium unserer Tauschschüler. Hier wurden wir zuerst durch die Schule geführt und konnten anschließend den Schulalltag der polnischen Jugendlichen besser kennenlernen, indem wir am Unterricht teilnahmen. Auch hierbei wurden wir von allen Schülern und Lehrern offen und herzlich in das Unterrichtsgeschehen integriert, sodass wir zahlreiche Erfahrungen sammeln und viele Vergleiche zum deutschen Unterricht ziehen konnten. Nachdem wir die Mittagsmahlzeit in der Schule eigenommen hatten, war es auch schon Zeit für den Ausflug nach Chlewiska. Bei gemeinsamen Spielen und anschließendem Grillen stärkte sich unser Gruppenzusammenhalt. Am Ende des Tages fühlten wir uns allesamt wohl und waren bereit für die gemeinsame Projektarbeit. Diese stand bereits am nächsten Tag an. Anschließend an den Besuch beim Präsidenten der Stadt Siedlce, welcher uns im Rathaus willkommen hieß, teilten wir uns in Arbeitsgruppen auf, um die touristischen Möglichkeiten der polnischen Stadt zu erkunden, um diese in Form eines Reiseführers darzustellen. Hierbei legten wir unseren Focus auf Bereiche wie Gastronomie, Schulwesen, Unterhaltung oder Sehenswürdigkeiten. Nach getaner Arbeit  bekamen wir die Möglichkeit an der feierlichen Einschulung der neuen Schüler sowie an der anschließenden Schuldisko teilzunehmen. Dabei erlangten wir einmalig Einblicke in die polnische Popmusik und Lebensfreude, welche und besonders exitierten.  Der Höhepunkt unseres Austausches war definitiv der Tagesausflug nach Warschau. Dort besuchten wir das Museum polnischer Juden, in dem wir durch eine ausführliche Führung viel Neues lernten. Auch gut gefallen hat uns der Spaziergang durch die Parkanlage Lazienki und die architektonischen Besonderheiten der Stadt, wie beispielweise der Kulturpalast. Beim gemeinsamen Essen ließen wir den letzten Abend zusammen ausklingen. Nach den endarbeiten an unserer Projektarbeit am nächsten Tag, war es bereits Zeit uns von unseren neuen Freunden zu verabschieden. Obwohl wir traurig waren, dass die Zeit in Polen so schnell vergangen war, freuten wir uns schon auf zu Hause. Während unseres Austausches erhielten wir unzählige Eindrücke der polnischen Kultur und Lebensweise. Wir haben einige neue Sprachkenntnisse erlangt und werden die gemeinsam verbrachten Tage in guter Erinnerung behalten.

Gruppenfoto im Rathaus von Siedlce mit der Schulleiterin der Partnerschule Agnieszka Borkowska (v.m.) und dem Stadtpräsidenten Wojciech Kudelski (v.r.)

Gruppenfoto vor dem Frédéric-Chopin-Denkmal im Łazienki-Park in Warschau