Runge-Campus: Zu sehen ist noch nichts
Doch der Zeitplan ist in Oranienburg nicht in Gefahr
OBERHAVEL Der Eindruck täuscht: Auch wenn sich offensichtlich auf dem 27 000 Quadratmeter großen Runge-Campus seit Monaten nichts bewegt, sind die Akteure im Hintergrund alles andere als faul.

Was geschieht mit der alten Oranienburger Sporthalle am Runge-Gymnasium?
Von Burkhard Keeve
Auf verschiedenen Ebenen wird am neuen Bildungscampus gegenüber dem Oranienburger Bahnhof gestrickt. Während die einen städtebauliche Pläne festzuzurren versuchen, sind andere zum Probeunterricht unterwegs. An unterschiedlichen Schulen haben sie am eigenen Leib erlebt, wie moderne Klassenräume in Wabenformat funktioniert.
Erst am vergangenen Freitag besuchten Oberhavels Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD) und der Schulleiter des Runge-Gymnasiums, Uwe Seidler, eine Schule in Reinickendorf, die solche fünfeckigen Klassenräume bereits haben. Einige Gymnasiasten waren zum Probeunterricht in Herford und in Mirow. In der Jugendherberge in Mecklenburg-Vorpommern gibt es wabenförmige Räume. Uwe Seidler ist begeistert von dieser Geometrie. "Sie lässt Gruppenarbeit zu, ohne dass sich die anderen gestört fühlen." Seine Augen leuchten dabei. Denn wann ist es einem Schulleiter schon einmal vergönnt, so mitgestalten zu können? Zumal sein Haus schon einmal auf der Abschussliste des Kreises stand und geschlossen werden sollte.
Schnee von gestern. Jetzt wird geklotzt. Vor den Sommerferien beschloss der Kreistag, für den Neubau des Runge-Gymnasiums 5,2 Millionen Euro auszugeben. Bis 2011 sollen insgesamt 12,1 Millionen Euro fließen. Dann ist aus der Schule ein Campus geworden, wo im alten Komplex bis spätestens 2013 die Landwirtschaftsschule, die Kreisbildstelle, die Musikschule und die Kreisvolkshochschule untergebracht sind.
"Wir sind im Zeitplan", sagt Michael Kothera, Fachdienstleiter Bau und Unterhaltung in der Kreisverwaltung. 2011 soll im neuen Gebäude der Unterricht stattfinden. Das ist das Ziel. Wie die Sporthalle dann aber aussehen wird, ist wieder offen. Eigentlich hatten sich Anfang Juli Landrat Schröter und Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) schon darauf verständigt, dass die alte Halle an der Willy-Brandt-Straße abgerissen werden soll. Jetzt heißt es: "Ob es eine Sanierung oder ein Neubau wird, ist noch unklar", sagt Kothera. Bislang arbeitet noch kein Architekt im Auftrag des Landkreises am Schulneubau. Zunächst muss die komplette Flächennutzung stehen. Dazu gehört die Sporthalle, die Außenanlage, ein Kleinspielfeldplatz, eventuell eine 100-Meter-Bahn, vielleicht auch ein Parkplatz. Inklusive Schule sind das immerhin 27 000 Quadratmeter. Erst wenn die städtebaulichen Planer alles abgenickt haben und der Entwurf bestätigt ist, wird eine öffentliche, internationale Ausschreibung ausgelobt. Dann dauert es noch einmal vier bis sechs Monate, bis der richtige Architekt gefunden ist.
Quelle: http://www.oranienburger-generalanzeiger.de/lokales/story.php?id=55537&combi=OGAOHAVEL, am 19.11.08