Kreis investiert in Oranienburger Rungecampus

ORANIENBURG - Mit dem landläufigen Bild eines Verwaltungsmitarbeiters hat Michael Kothera nichts gemein. Der Bauingenieur freut sich auf eine Herkulesaufgabe, die auf ihn und seine zehn Mitarbeiter in der Kreisverwaltung in den kommenden Jahren zukommt. Allein der Kreis investiert 30 Millionen Euro in das Oranienburger Rungegymnasium, die Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder und in die künftige Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Mühlenbeck. Kotheras Chef Hartmut Freydank, früher selbst Vize-Schulleiter in Velten, ist in der Republik herumgereist und hat sich moderne Schulen angeschaut. „Wir sind unter Zeitdruck, wir laufen auf einen Schülerberg zu“, sagt Freydank. Die Weichen sind gestellt. Im sogenannten Fachbereich Bildung und Gebäudeverwaltung laufen die Fäden zusammen.

Der Rungecampus
Beim Neubau des Oranienburger „Bildungszentrum Runge“ ist jetzt das Berliner Büro der Architekten Hubertus Sander und Linus Hofrichter aus Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) am Zug. Die Architektengemeinschaft erhielt den Planungsauftrag für das Oranienburger 15-Millionen-Euro-Schulprojekt.
Kothera rechnet damit, dass Ende August konkrete Entwürfe für das 24 000 Quadratmeter große Grundstück an der Stralsunder und an der Willy-Brandt-Straße vorliegen. Dabei geht es zunächst um die städtebauliche Gestaltung des Quartiers am S-Bahnhof, das bis an die Krebst- und Lehnitzstraße heranreicht. Das Konzept beinhaltet auch den Bau einer Dreifelder-Sporthalle als Ersatz für die marode Halle an der Willy-Brandt-Straße.
Baubeginn soll spätestens im kommenden Frühjahr sein. Die Bauzeit ist mit 18 Monaten veranschlagt. Anschließend können die Rungeschüler in ihre neuen Räume ziehen. Danach soll das alte Schulhaus am S-Bahnhof saniert und umgebaut werden. In der alten Schule werden neben Räumen fürs Gymnasium auch die Landwirtschaftsschule, die Kreisvolkshochschule, die Kreismusikschule und die Kreisbildstelle Platz finden. Die Sanierung des alten Schulhauses ist mit weiteren drei Millionen Euro veranschlagt. Bis März/April 2013 soll das Schulzentrum mit der neuen Sporthalle fertig sein.
Mehrere Eckpfeiler sind für den Rungecampus bereits eingerammt. So soll es eine „funktional geschlossene Einheit“ sein. Das heißt, zusammenhängende Gebäude, die so gruppiert sind, dass sie an den Straßen des Quartiers auch Lücken schließen. Eine dreigeschossige Bebauung ist möglich. Der zentrale Eingangsbereich soll an der Brandtstraße bleiben, möglichst verbunden mit einer Cafeteria für das Schulzentrum, das künftig von 6.30 bis 21.30 Uhr geöffnet sein wird. Die Klassenraumgröße ist großzügig auf 80 Quadratmeter festgelegt, 60 sind als minimale Größe vorgeschrieben. Freydank spricht von „qualitativ hochwertigen“ Klassenräumen. „Wir sind auch gegenüber einer neuen Raumgeometrie wie der Wabenform aufgeschlossen.“ Parkraum könnte 230 Meter entfernt an der Lehnitzstraße hinter dem alten Busbahnhof entstehen.

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Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 19.06.2009 http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11537913/61129/Kreis-investiert-in-Oranienburger-Rungecampus-in-Birkenwerder-und.html