Geschichte der Schule
Gründung des Gymnasiums in Oranienburg
Seit 1894 gab es in Oranienburg eine private „Höhere Mädchenschule“ in einer im Mühlenfeld
gelegenen Turmvilla. Aus der Mädchenschule wurde 1919 ein Lyzeum. Ab Herbst 1897 existierte in
Oranienburg auch eine private „Höhere Knabenschule“, eine sogenannte Kuratoriumsschule. Da die
Zahl der Schüler/innen, die eine höhere Bildungsanstalt besuchen wollten, ab 1896 ständig zunahm,
wurde es dringend notwendig, eine öffentliche höhere Lehranstalt zu schaffen.
1904 wurde die zweite Gemeindeschule, die heutige Förderschule, gegründet, in deren Seitenflügel
sich seit Ostern 1911 das staatliche Gymnasium mit Realschule befand. Unter Leitung von Professor
Katz wurden dort anfänglich 32 Schüler unterrichtet.
1913 wurde ein Schulneubau ausgeschrieben und es fand im Januar desselben Jahres die
Grundsteinlegung des Reform-Realgymnasiums am Bahnhof statt. Bereits ein Jahr später, am
15.04.1914, konnte der Unterricht mit fünf Klassen und 135 Schülern im neuen Gebäude
aufgenommen werden.
Im Schulgebäude befanden sich 15 Klassenräume, ein Physik-, ein Chemie- und ein Gesangsraum
neben der Aula, ein Zeichensaal, je ein Zimmer für die Lehrer- und Schülerbibliothek, Diensträume
für den Direktor und die Lehrer/innen, ein Konferenz- und ein Fahrradraum sowie die
Schuldienerwohnung bestehend aus drei Zimmern und einer Küche. Im linken Seitenflügel lagen die
Räume der im Jahre 1900 gegründeten Volksbibliothek sowie das Ortsmuseum. Die Aula mit ihrer
vierflügeligen Klapptür und ihrer korbbogenförmigen Decke bildete den Hauptraum des ersten
Obergeschosses. Da es zur damaligen Zeit noch keine Turnhalle gab, diente sie für den
Sportunterricht.
Die sich anschließende Gesangshalle wurde für größere Veranstaltungen der Stadt, wie Konzerte oder
ähnliches, genutzt. Der Name Realprogymnasium bzw. Reform-Realgymnasium wies unter anderem
auf die Vermittlungen moderner Sprachen wie Englisch und Französisch hin. Am 25.08.1914 wurde
die zweite Gemeindeschule zum Lazarett umfunktioniert für die Versorgung der Verletzten des 1.
Weltkrieges. Aus diesem Grund wurden die Schüler aufgeteilt: Ein Teil kam zu der ersten
Gemeindeschule, die anderen zu der Schule am Bahnhof. Der Unterrichtsbetrieb konnte während des
Krieges aufrecht erhalten werden. Jede Schulfeier wurde damals für Deutschland zur Siegesfeier.
1919 wurde auch die „Höhere Mädchenschule“ im Haus am Bahnhof untergebracht, aber es erfolgte
eine strenge Trennung der Lehranstalt in ein Realgymnasium für Jungen und ein Lyzeum für
Mädchen, das sich im Obergeschoss befand, während die Knaben das untere Geschoss einnahmen. Zu
dieser Zeit waren nur ca. 1,3% der Schüler Arbeiterkinder. Die Anzahl der Schüler seit Bestehen der
Vollanstalt bewegte sich in den Jahren 1924 bis 1928 zwischen 350 und 400. Das Lehrerkollegium
setzte sich aus dem Studiendirektor, 12 Studienräten sowie zwei Oberschullehrern zusammen.
1925/26 war der Bau der Turnhalle am Bahnhof fast abgeschlossen. Jedoch fehlte noch ein
abgetrennter Geräte- und Waschraum. Der Schulhof, der aus einem Kiesboden bestand, war umgeben
von schattigen Bäumen und einer Mauer.
gelegenen Turmvilla. Aus der Mädchenschule wurde 1919 ein Lyzeum. Ab Herbst 1897 existierte in
Oranienburg auch eine private „Höhere Knabenschule“, eine sogenannte Kuratoriumsschule. Da die
Zahl der Schüler/innen, die eine höhere Bildungsanstalt besuchen wollten, ab 1896 ständig zunahm,
wurde es dringend notwendig, eine öffentliche höhere Lehranstalt zu schaffen.
1904 wurde die zweite Gemeindeschule, die heutige Förderschule, gegründet, in deren Seitenflügel
sich seit Ostern 1911 das staatliche Gymnasium mit Realschule befand. Unter Leitung von Professor
Katz wurden dort anfänglich 32 Schüler unterrichtet.
1913 wurde ein Schulneubau ausgeschrieben und es fand im Januar desselben Jahres die
Grundsteinlegung des Reform-Realgymnasiums am Bahnhof statt. Bereits ein Jahr später, am
15.04.1914, konnte der Unterricht mit fünf Klassen und 135 Schülern im neuen Gebäude
aufgenommen werden.
Im Schulgebäude befanden sich 15 Klassenräume, ein Physik-, ein Chemie- und ein Gesangsraum
neben der Aula, ein Zeichensaal, je ein Zimmer für die Lehrer- und Schülerbibliothek, Diensträume
für den Direktor und die Lehrer/innen, ein Konferenz- und ein Fahrradraum sowie die
Schuldienerwohnung bestehend aus drei Zimmern und einer Küche. Im linken Seitenflügel lagen die
Räume der im Jahre 1900 gegründeten Volksbibliothek sowie das Ortsmuseum. Die Aula mit ihrer
vierflügeligen Klapptür und ihrer korbbogenförmigen Decke bildete den Hauptraum des ersten
Obergeschosses. Da es zur damaligen Zeit noch keine Turnhalle gab, diente sie für den
Sportunterricht.
Die sich anschließende Gesangshalle wurde für größere Veranstaltungen der Stadt, wie Konzerte oder
ähnliches, genutzt. Der Name Realprogymnasium bzw. Reform-Realgymnasium wies unter anderem
auf die Vermittlungen moderner Sprachen wie Englisch und Französisch hin. Am 25.08.1914 wurde
die zweite Gemeindeschule zum Lazarett umfunktioniert für die Versorgung der Verletzten des 1.
Weltkrieges. Aus diesem Grund wurden die Schüler aufgeteilt: Ein Teil kam zu der ersten
Gemeindeschule, die anderen zu der Schule am Bahnhof. Der Unterrichtsbetrieb konnte während des
Krieges aufrecht erhalten werden. Jede Schulfeier wurde damals für Deutschland zur Siegesfeier.
1919 wurde auch die „Höhere Mädchenschule“ im Haus am Bahnhof untergebracht, aber es erfolgte
eine strenge Trennung der Lehranstalt in ein Realgymnasium für Jungen und ein Lyzeum für
Mädchen, das sich im Obergeschoss befand, während die Knaben das untere Geschoss einnahmen. Zu
dieser Zeit waren nur ca. 1,3% der Schüler Arbeiterkinder. Die Anzahl der Schüler seit Bestehen der
Vollanstalt bewegte sich in den Jahren 1924 bis 1928 zwischen 350 und 400. Das Lehrerkollegium
setzte sich aus dem Studiendirektor, 12 Studienräten sowie zwei Oberschullehrern zusammen.
1925/26 war der Bau der Turnhalle am Bahnhof fast abgeschlossen. Jedoch fehlte noch ein
abgetrennter Geräte- und Waschraum. Der Schulhof, der aus einem Kiesboden bestand, war umgeben
von schattigen Bäumen und einer Mauer.
2. Weltkrieg
Während der Zeit des Faschismus (1933 bis 1945) bestimmten Nationalismus und Chauvinismus Ziel
und Inhalt des Unterrichtes. Man versuchte, trotz des Krieges den Schulalltag so gut wie möglich
aufrecht zu erhalten. Doch am 15.03.1945 war es dann endgültig vorbei mit dem Unterricht, da man
das Gebäude am Bahnhof zu einem Lazarett, einer Lagerstätte für Vorräte und einem Flüchtlingslager
umfunktioniert hatte. Während der Kriegszeit hatte die Anstalt wegen der Bombenangriffe auf die
Stadt schwere Schäden an dem Dach zu verzeichnen und die Turnhalle wurde völlig zerstört, weshalb
die Schüler auf dem Schulhof, der inzwischen aus schwarzem Schotter bestand, ihren Sportunterricht
absolvierten. Des Weiteren wurden große Teile des Inventars ausgelagert bzw. verbrannt.
und Inhalt des Unterrichtes. Man versuchte, trotz des Krieges den Schulalltag so gut wie möglich
aufrecht zu erhalten. Doch am 15.03.1945 war es dann endgültig vorbei mit dem Unterricht, da man
das Gebäude am Bahnhof zu einem Lazarett, einer Lagerstätte für Vorräte und einem Flüchtlingslager
umfunktioniert hatte. Während der Kriegszeit hatte die Anstalt wegen der Bombenangriffe auf die
Stadt schwere Schäden an dem Dach zu verzeichnen und die Turnhalle wurde völlig zerstört, weshalb
die Schüler auf dem Schulhof, der inzwischen aus schwarzem Schotter bestand, ihren Sportunterricht
absolvierten. Des Weiteren wurden große Teile des Inventars ausgelagert bzw. verbrannt.
Nachkriegszeit
Nach dem Krieg hatte sich vieles geändert. Viele Lehrer mussten die Bildungsstätte verlassen und
junge Unerfahrene, zum Beispiel in der sowjetischen Gefangenschaft ausgebildet, übernahmen deren
Stellen. Den politischen Bedingungen zollend durfte unter anderem im Geschichtsunterricht nur die
Zeit bis zum 19. Jahrhundert behandelt werden. Es wurde erstmals auch in gemischten Klassen
gelehrt. In dieser Zeit nach Unterrichtsverbot durch den sowjetischen Stadtkommandanten (28.7.1945)
und das Abklingen einer Typhusepidemie (Oktober 1945) wurde der Schulbetrieb am 05.11.1945 an
der „Städtischen Oberschule“ wieder aufgenommen. An die achtjährige Grundschulzeit schloss sich
nun die vierjährige Oberschulzeit an. Im Zuge der Umgestaltung des Schulwesens in der sowjetischen
Besatzungszone wurde die Schule als Einheitsschule neu formiert. Aus dieser Zeit stammt nach
Stempelvergleichen der Name Runge-Schule. Wann jedoch die genaue Namensgebung erfolgte, ist
leider nicht bekannt. Zunächst stand die Einheitsschule unter einer einheitlichen Leitung, gliederte sich
dann aber in eine Runge-Oberschule und eine Runge-Grundschule.
junge Unerfahrene, zum Beispiel in der sowjetischen Gefangenschaft ausgebildet, übernahmen deren
Stellen. Den politischen Bedingungen zollend durfte unter anderem im Geschichtsunterricht nur die
Zeit bis zum 19. Jahrhundert behandelt werden. Es wurde erstmals auch in gemischten Klassen
gelehrt. In dieser Zeit nach Unterrichtsverbot durch den sowjetischen Stadtkommandanten (28.7.1945)
und das Abklingen einer Typhusepidemie (Oktober 1945) wurde der Schulbetrieb am 05.11.1945 an
der „Städtischen Oberschule“ wieder aufgenommen. An die achtjährige Grundschulzeit schloss sich
nun die vierjährige Oberschulzeit an. Im Zuge der Umgestaltung des Schulwesens in der sowjetischen
Besatzungszone wurde die Schule als Einheitsschule neu formiert. Aus dieser Zeit stammt nach
Stempelvergleichen der Name Runge-Schule. Wann jedoch die genaue Namensgebung erfolgte, ist
leider nicht bekannt. Zunächst stand die Einheitsschule unter einer einheitlichen Leitung, gliederte sich
dann aber in eine Runge-Oberschule und eine Runge-Grundschule.
DDR Zeit
Im Verlauf des Ausbaus der obligatorischen Zehnklassenschule wurden die Comenius- und Runge-
Grundschule 1958/59 zusammengelegt, die Runge-Oberschule (11. und 12. Klasse) zog in das
Backsteinhaus in der Bernauer Straße, die siebten bis zehnten Klassen blieben in dem Gebäude am
Bahnhof, das jetzt Polytechnische Oberschule „Comenius“ hieß. Aus dem Gymnasium entwickelte
sich ab 1950 eine „Erweiterte Oberschule“, kurz EOS genannt, in der ab Klasse 9 bis Klasse 12
sowohl Mädchen als auch Jungen gemeinsam das Abitur erwerben konnten.
Seit den 50er Jahren gab es sowohl eine Sprach- als auch naturwissenschaftliche Klassen. Früher war
es nicht – im Gegensatz zu heute – möglich, Fächer abzuwählen. Bis in die 60er Jahre existierte an
der Schule ein traditioneller Rungemarsch, der zu jeder Veranstaltung als Eröffnungszeremonie
gespielt wurde. Dieser wurde komponiert von dem Musiklehrer Hube. Die musikalische Tradition
setzte sich auch in den 70er Jahren durch einen Singeclub fort, der über die Grenzen Oranienburgs
hinaus bekannt war.
Die Tage des Mauerfalls im November 1989 hatten auch Auswirkungen auf das Schulleben, nach der
Wiedervereinigung Deutschlands 1990 und der Umstrukturierung des Bildungssystems nannte sich die
ehemalige EOS „Städtisches Gymnasium“.
Grundschule 1958/59 zusammengelegt, die Runge-Oberschule (11. und 12. Klasse) zog in das
Backsteinhaus in der Bernauer Straße, die siebten bis zehnten Klassen blieben in dem Gebäude am
Bahnhof, das jetzt Polytechnische Oberschule „Comenius“ hieß. Aus dem Gymnasium entwickelte
sich ab 1950 eine „Erweiterte Oberschule“, kurz EOS genannt, in der ab Klasse 9 bis Klasse 12
sowohl Mädchen als auch Jungen gemeinsam das Abitur erwerben konnten.
Seit den 50er Jahren gab es sowohl eine Sprach- als auch naturwissenschaftliche Klassen. Früher war
es nicht – im Gegensatz zu heute – möglich, Fächer abzuwählen. Bis in die 60er Jahre existierte an
der Schule ein traditioneller Rungemarsch, der zu jeder Veranstaltung als Eröffnungszeremonie
gespielt wurde. Dieser wurde komponiert von dem Musiklehrer Hube. Die musikalische Tradition
setzte sich auch in den 70er Jahren durch einen Singeclub fort, der über die Grenzen Oranienburgs
hinaus bekannt war.
Die Tage des Mauerfalls im November 1989 hatten auch Auswirkungen auf das Schulleben, nach der
Wiedervereinigung Deutschlands 1990 und der Umstrukturierung des Bildungssystems nannte sich die
ehemalige EOS „Städtisches Gymnasium“.
Nachwendezeit bis heute
Im Schuljahr 1991/92 siedelte die Oberschule zum heutigen Standpunkt zurück, wo sie sich bis zum
31.07.1992 die Räume mit der Comenius-Grundschule teilen musste. Parallel dazu fand trotzdem
wegen der stark gestiegenen Schülerzahlen noch Unterricht in dem Haus in der Bernauer Straße statt.
Am 22.04.1992 erfolgte im feierlichen Rahmen die offizielle Namensgebung. Die Mehrheit der
befragten Oranienburger/innen und 70% der Gymnasiasten hatten sich für den Namen Gymnasium
„Friedlieb Ferdinand Runge“ ausgesprochen, um das Lebenswerk Runges zu würdigen. Durch die
Gründung eines zweiten Gymnasiums in Oranienburg war es möglich, ab dem Schuljahr 1994/ 95 nur
noch unser jetziges Schulhaus zu nutzen.
Im Sommer 2002 erhielt das Runge-Gymnasium den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit
Courage“, im Jahre 2004 den Titel „Schule des Jahres“.
Der bauliche Zustand der 90 Jahre alten Schule hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Es kamen
neue Räume hinzu, alte wurden umgebaut. Derzeit ist man bemüht, an vielen Stellen den „Urzustand“
wieder herzustellen.
31.07.1992 die Räume mit der Comenius-Grundschule teilen musste. Parallel dazu fand trotzdem
wegen der stark gestiegenen Schülerzahlen noch Unterricht in dem Haus in der Bernauer Straße statt.
Am 22.04.1992 erfolgte im feierlichen Rahmen die offizielle Namensgebung. Die Mehrheit der
befragten Oranienburger/innen und 70% der Gymnasiasten hatten sich für den Namen Gymnasium
„Friedlieb Ferdinand Runge“ ausgesprochen, um das Lebenswerk Runges zu würdigen. Durch die
Gründung eines zweiten Gymnasiums in Oranienburg war es möglich, ab dem Schuljahr 1994/ 95 nur
noch unser jetziges Schulhaus zu nutzen.
Im Sommer 2002 erhielt das Runge-Gymnasium den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit
Courage“, im Jahre 2004 den Titel „Schule des Jahres“.
Der bauliche Zustand der 90 Jahre alten Schule hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Es kamen
neue Räume hinzu, alte wurden umgebaut. Derzeit ist man bemüht, an vielen Stellen den „Urzustand“
wieder herzustellen.
Ab dem Jahr 2012 zieht das Runge- Gymnasium in den Neubau. Anschließend wird das historische Schulgebäude unter Berücksichtigung der ursprünglichen Pläne grundlegend saniert. Die Kreismusikschule Oberhavel, die Landwirtschaftsschule, die Kreisbildstelle und die Kreisvolkshochschule werden im alten Komplex untergebracht.