Bilingualer Unterricht
Mit dem Beginn des Schuljahres 2011/12 und der Genehmigung des staatlichen Schulamtes Perleberg wurde am „F.F. Runge“ Gymnasium ein bilingualer Klassenzug eingerichtet. Alle Schülerinnen und Schüler dieser Klasse erhalten somit von der Jahrgangsstufe 7 an zweisprachigen Unterricht in den Sachfächern Biologie und Geschichte. Der Regelunterricht in diesen Fächern wird dadurch ersetzt. Der bilinguale Unterricht findet überwiegend in englischer Sprache statt.
Flyer zum Bilingualen Unterricht
Was ist bilingualer Unterricht?
Bilingualer Unterricht ist Sachfachunterricht mit der Fremdsprache als hauptsächliche Vermittlungssprache. Nach dem Prinzip der „aufgeklärten Einsprachigkeit“ wird dabei so viel Englisch wie möglich und so viel Deutsch wie nötig gesprochen.
Die schulinternen Rahmenlehrpläne sind auch für den bilingualen Unterricht verbindlich
Warum bilingualer Unterricht?
Mit der zunehmenden europäischen Integration gewinnt die Mehrsprachigkeit unserer Kinder und Jugendlichen immer mehr an Bedeutung. Die Region Berlin/Brandenburg stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und braucht künftig Schulabgänger, die bereits bei Studium- oder Ausbildungsbeginn fremdsprachlich versiert sind. Diesen Anforderungen trägt die Profilierung unserer Schule Rechnung, in dem bilinguales Lernen und Arbeiten in ausgewählten Sachfächern gefördert wird und eine der allgemeinen Leitlinien darstellt. Unsere Schülerinnen und Schüler werden nach der Schulzeit verstärkt in der Lage sein, sich über Sachverhalte und Probleme der Lebens- und Berufswelt in der englischen Sprache zu verständigen. Somit steigen ihre Chancen, Berufe zu ergreifen, für die Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar sind.
Was ist das Ziel bilingualen Unterrichts?
Ziel des "bilingualer Unterricht" ist es daher, die kommunikative Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler in der Fremdsprache zu erweitern und über den gewöhnlichen Englischunterricht hinaus Fertigkeiten in der englischen Sprache zu üben und zu fördern. Da die Fremdsprache hier Träger echter sachfachlicher Inhalte ist, müssen sich Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise bemühen, Inhalte zu begreifen, um sie dann weiter zu bearbeiten oder behalten zu können. Sie werden feststellen, dass sie sinnvolle Verwendung für die Fremdsprache haben und sich bereits mit begrenztem Wortschatz verständigen können; sie entdecken ihre Fähigkeit, fachspezifische Informationen in der Fremdsprache auszudrücken und werden dabei hoch motiviert sein. Sie lernen, ihre Meinung zu äußern und Stellung zu einer Sache zu nehmen, ohne dass ein Sprechanlass künstlich herbeigeführt werden muss, denn dieser ergibt sich aus dem Zusammenhang des Sachfachunterrichts.
Darüber hinaus ermöglicht bilingualer Unterricht den Schülerinnen eine inhaltliche Auseinandersetzung über den eigenen Kulturkreis hinaus (z.B. bei Schulpartnerschaften, Schüleraustausch).
Welche Lehr- und Lernmittel werden im bilingualen Unterricht verwendet?
Im Hinblick auf den bilingualen Sachfachunterricht Geschichte liegt ein sehr gutes Angebot an Lehrwerken von bekannten Schulbuchverlagen vor.
Für das bilinguale Sachfach Biologie liegen erst seit ein paar Jahren Einzelbände zu verschiedenen Themen und Niveaustufen vor und seit einem Jahr auch Kompendien, die inhaltlich den Stoffbereich der Sekundarstufe I abdecken.
SchülerInnen des bilingualen Zuges arbeiten in Geschichte und Biologie mit dementsprechenden Lehrwerken, die sie als Leihgabe erhalten. Für den Unterricht stehen jedem Schüler allgemeine sowie fachspezifische Wörterbücher jederzeit zur Verfügung.
Im Hinblick auf Authentizität werden von den Lehrkräften eigene Unterrichtsmaterialien generiert.
Bilingualer Unterricht – Warum das „F.F. Runge“ Gymnasium?
Auf Grund der exponierten Lage des Runge-Gymnasiums (unmittelbare Nähe von Regional- und S-Bahnhof und Bushaltestelle) ist das Angebot des bilingualen Unterrichts eines, das sich an alle Schülerinnen und Schüler des Landkreises Oberhavel richtet. Die Schule ist in relativ kurzer Zeit mit relativ geringem Aufwand für interessierte Schüler des Landkreises zu erreichen.
Mit Beginn des Schuljahres 2012/13 sind durch den Abschluss des Neubaus weitgehend ideale Unterrichtsbedingungen für Schüler und Lehrkräfte geschaffen, die eine effektive und erfolgreiche Umsetzung des bilingualen Konzeptes ermöglichen.
Darüber hinaus ermöglicht die personelle Situation mit langfristig beschäftigten LehrerInnen und den entsprechenden Lehrbefähigungen das bilinguale Lernen.
Wie wird die Leistung im bilingualen Unterricht bewertet?
Es gelten die allgemeinen Lernanforderungen für den Fremdsprachenunterricht Englisch. Sonderregelungen bestehen nicht. Die Vergleichbarkeit wird durch die zuständigen Fachkonferenzen sichergestellt.
Für bilingualen Sachfachunterricht gilt das Prinzip der „aufgeklärten Einsprachigkeit“ (Butzkamm), d.h. es wird so viel Englisch wie möglich und so viel Deutsch wie nötig als Unterrichtssprache verwendet. Demzufolge wird die Rechtschreibung und Grammatik nicht bewertet, solange die fachliche Richtigkeit im Bezug auf den Inhalt gewährleistet ist. Der Schüler wird auf Regelverstöße im Bereich Rechtschreibung und Grammatik hingewiesen. Die korrekte mündliche und schriftliche Anwendung des eingeführten Fachwortschatzes ist neben den fachbezogenen Kenntnissen Gegenstand der Leistungsbewertung.
Wie werden die SchülerInnen für die bilinguale Klasse ausgewählt?
Die Auswahl der Schüler, die im bilingualen Zug lernen, erfolgt anhand mehrerer Kriterien. Rechtlich gesehen können die Schüler für den bilingualen Zug nur aus den ohnehin am Runge-Gymnasium angenommen Schülern rekrutiert werden. Alle Schüler, die auf den Anmeldeformularen den Wunsch des Besuchs des bilingualen Zugs vermerkt haben, werden zu einem persönlichen Gespräch mit den Eltern, dem Schulleiter und mindestens zwei weiteren am bilingualen Zug beteiligten Lehrkräften eingeladen. Es wird darauf geachtet, dass beim Schüler gute bis sehr gute Leistungen sowie ein vitales Interesse an den Sachfächern vorliegen. Weiterhin wird erfragt, ob die Bereitschaft für einen Mehraufwand besonders in Hinsicht auf die Vokabelarbeit geleistet werden möchte. Darüber hinaus ist auch klarzustellen, dass ein gewisses Interesse an der englischen Sprache und Kultur vorhanden ist, um eine Bereitschaft für ein produktives Arbeiten mit englischsprachiger Sachfachliteratur zu gewährleisten.
Nach ausführlicher Beratung des Auswahlgremiums, obliegt dem Schulleiter die endgültige Entscheidung über die Aufnahme in den bilingualen Zug.
Im ersten Durchgang zum Schuljahr 2011/12 überstiegen die Bewerberzahlen die für den bilingualen Zug vorgesehene Klassenstärke.
Ausblick
Kurzfristig liegt der Fokus auf die Durchführung des bilingualen Unterrichts in der Sekundarstufe I. Langfristig soll eine Erweiterung auf die Sekundarstufe II konzeptionell erarbeitet und zur Genehmigung vorgelegt werden.
Darüber hinaus werden die Möglichkeit der Zertifizierung und der Aufbau einer Schulpartnerschaft mittelfristig in den Blick genommen.