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Draußen hieß uns das landestypische Nieselwetter willkommen, einige lichte Flecken am Horizont ließen uns jedoch auf etwas Sonne hoffen. Und so war es auch, das Wetter blieb trotz kleiner Schauer sehr mild, oft konnten wir den Sonnenuntergang hinter der Kulisse des Edinburgh Castles beobachten. In der Tram begrüßte uns auch schon einer der in Edinburgh allgemein überaus freundlichen und hilfsbereiten Bahnmitarbeiter. Ein letztes Andenken erhielten wir von ihnen am Freitag in Form von Smileys auf unseren Airporttickets. Die Idee den Mitarbeiter zu einer Mitreise nach Berlin zu überreden wurde schnell verworfen, da er sich bei der für die allzeit lockere Atmosphäre bekannten Deutschen Bahn bestimmt  nicht wohl gefühlt hätte. 

Unser Hotelkomplex war nur 3 Stationen vom Airport entfernt gelegen und auch zum Stadtzentrum gelangte man schnell. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es auch schon mit der Tram zur Princess Street. Durch Wind und kleinere Schauer erklommen wir die Treppen zur Royal Mile, einer Abfolge von Straßen, an welcher sich zahlreiche Geschenk- und Schmuckläden mit traditionelle Pubs und Restaurants abwechseln. In den darauffolgenden Tagen suchten wir uns aus den vielfältigen Lokalen die besten heraus, für jeden Geschmack war hier etwas dabei.   

Startpunkt der ersten Audiotour am Sonntag war das höher gelegene Edinburgh Castle, an dem schon die vorbereitenden Arbeiten für das Royal Edinburgh Military Tattoo, das größte Musikfestival Schottlands, verrichtet wurden. Vorbei am direkt am Castle gelegenen  Witches Well, der beeindruckenden St Giles` Cathedral und dem modern gestalteten Scottish Parliament erreichten wir den Palace of Holyroodhouse, die offizielle Residenz  der Queen in Schottland. Dieser war das Highlight unserer Stadtbesichtigung am Montag. Durch einen Audioguide wurden wir während unserer Tour durch die historischen Königsgemächer, die privaten Räumlichkeiten von Mary, Queen of Scots und die heutigen Staatsappartements über die Geschichte des Schlosses informiert. Nach dem Palace bestaunten wir die überaus detaillierten Darstellungen von Insekten und Pflanzen  der Künstlerin Maria Merian in der am Holyroodhouse angeschlossenen Queens Gallery. 

Zurück am Castle machten sich die Kilometer, die hinter uns lagen, zum ersten Mal bemerkbar und viele nutzen dankbar die bereitgestellten Sitzgelegenheiten. Das sonnige Wetter bot die beste Gelegenheit um die Aussicht auf Edinburgh von der Burg aus zu genießen. Wir besichtigten auch das im Castle integrierte National War Museum und das daran angeschlossene Gefängnis, welches durch historische entsprechende Attrappen und Exponate den Betrachter in die Zeit und Lage der Gefangenen zurückversetzte. 

Abends nach dem Essen erkundeten wir das nahe Am Hotel gelegene Einkaufszentrum. Das entspannte Schmökern im Supermarkt erfuhr jedoch ein jähes Ende, als uns die Nachricht erreichte, im Hotel würde etwas brennen. Unser anfänglicher Verdacht, es würde sich um einen Scherz oder Fehlalarm handeln, bestätigte sich nicht. Spätestens als die Fahrzeuge der Feuerwehr  vor dem Gebäude standen, wurde jedem der Ernst der Sache bewusst. Doch glücklicherweise traf es keines unserer Zimmer, wir wurden mit Wärmedecken versorgt und nach ungefähr einer Stunde durften die ersten Gäste wieder herein. Die Erlebnisse wurden selbstverständlich hinreichend dokumentiert. 

Für den Einsatz kreativer Energie sorgte der am Dienstag angesetzte Workshop zu ‘‘Identity“ in der National Portrait Gallery. Nach einer kurzen Führung und gemeinsamer Besprechung wurden wir angewiesen, unsere Wesenszüge und Hobbies in einem Portrait von uns selbst zum Ausdruck zu bringen. Portraits und Gemälde bildeten auch weiterhin den Schwerpunkt des Tages, als nächstes besuchten wir die National Gallery of Scotland. Auch dort erläuterten wir die Ausstellungsstücke anhand einzelner Fragen während der Führung. Der Rest des Nachmittags wurde größtenteils dafür genutzt, die ersten Einkäufe für die anstehende Tour durch die Highlands zu erledigen. Die Gelegenheit dafür ergab sich auch am Mittwoch. Zusammen überfielen wir früh morgens den Supermarkt Marks & Spencer und versorgten uns für den Tag. Die drei Stunden andauernde Zugfahrt war die letzte Möglichkeit zu schlafen, bevor wir in die Wildnis gelangten. 

Am Loch Lommond angekommen, genossen wir die Aussicht auf die wolkenverhangenen Berge, während wir mit einem der kleinsten Boote des dortigen Sortiments über den See gesetzt wurden. Die Nahtoderfahrung wurde schnell vergessen, als uns am gegenüberliegenden Ufer freundliche Schafe begrüßten. Zunächst zeigte sich der Himmel noch bewölkt, doch bald gelangten die ersten Sonnenstrahlen durch die Bäume. Zügig wanderten wir Richtung Ardlui über Bäche, Hänge, durch Schluchten und kleinere Tunnel, vorbei an Wasserfällen und Resten alter Siedlungen. Die wunderschöne Aussicht auf sonnige Berghänge, grasende Schafs- und Kuhherden und märchenhafte Wälder entschädigte für nasse Schuhe und matschverschmierte Hosen.

Die 8 Stunden Wanderzeit verflogen schneller als gedacht und so erreichten wir erschöpft, aber belebt durch die frische Luft den Bahnhof. Für manche war der erwärmte Boden des Bahnsteigs bequem genug und so dösten wir in der Abendsonne. 

Nachdem wir nun ausreichend über Flora, Fauna und Geschichte des Landes wussten, erhielten wir am Donnerstag noch einen interessanten Einblick in die Politischen Prozesse des Landes während zwei Parliament Sessions. Sofort fiel uns auf, dass dort viel lebendiger und enthusiastischer debattiert wurde. Kam es zu Wortgefechten, scheuten die Politiker keine harschen Worte und Gesten, gleichzeitig wurde eine ausgelassene Stimmung ebenso deutlich zum Ausdruck gebracht. 

 

Zeit, um die vielen besonderen Läden zu durchstöbern, gab es zu Genüge am Donnerstagnachmittag. Wir nutzten die Zeit und besichtigten noch weitere Sehenswürdigkeiten, einige wagten den Aufstieg auf Arthur´s Seat, einem Berg nahe dem Zentrum, welcher eine hervorragende Aussicht auf die Umgebung bot.

Abends wurden im Hotel die einzelnen Erlebnisse ausgetauscht, bevor wir am Freitag zurück zum Airport fuhren und die Zeit für ein letztes Gruppenfoto nutzten. 

Edinburgh hielt für jeden etwas bereit, und so äußerten nicht wenige den Wunsch, die Stadt noch einmal zu besuchen und Schottlands besondere Atmosphäre zu erleben. 

Nia Fehlow, Tutorium 11/1